fbpx

Tafelpartner:innen

Geschichten von unseren Tafelpartner:innen

Menschen mit Fluchthintergrund sind eine besonders vulnerable Gruppe und überdurchschnittlich oft von Armut betroffen. Zunehmende Verteuerungen treffen sie daher besonders hart. Das Haus Awat betreut geflüchtete Menschen im Asylverfahren und in der ersten Zeit nach Erhalt eines Aufenthalts. Die Einrichtung hat ihre Türen nun auch für Geflüchtete aus der Ukraine geöffnet.

Das Haus Awat

Das Haus Awat bietet geflüchteten Menschen in Wien seit 2017 Unterkunft und soziale Beratung an. Die Einrichtung unterstützt Menschen, die sich im Asylverfahren befinden und auch in der ersten Zeit nach Erhalt ihres Aufenthaltstitels.   

Menschen im Asylverfahren erhalten eine Grundversorgung, die derzeit 5,50 € pro Tag an Verpflegungsgeld vorsieht. Zu diesen wöchentlichen 38 Euro kommt einmal monatlich 40 € an „Taschengeld” hinzu. Diese Beträge wurden seit 2017 nicht mehr an die wirtschaftlichen Bedingungen angepasst. Obwohl die finanziellen Möglichkeiten von Menschen in der Grundversorgung sehr gering sind, hält sich in der österreichischen Bevölkerung oftmals der Mythos der luxuriös lebenden Geflüchteten und trägt zu einer ablehnenden Haltung gegenüber Menschen mit Fluchthintergrund bei. Gleichzeitig haben Menschen in der Grundversorgung keinen freien Zugang zum Arbeitsmarkt. 

Aufgrund der prekären finanziellen Situation der Menschen ist es für die Einrichtung essentiell, ihre Bewohner:innen mit Lebensmitteln von der WIENER TAFEL unterstützen zu können. Die steigenden Lebensmittelpreise verschärfen die Situation, viele Produkte sind einfach nicht leistbar. Die Lebensmittel der WIENER TAFEL sind für viele Bewohner:innen der einzige Zugang zu frischem Obst und Gemüse.  

Seit Anfang März 2022 hat das Haus Awat auch geflüchtete Menschen aus der Ukraine bei sich aufgenommen. Der Anruf mit der Bitte, ukrainische Geflüchtete aufzunehmen, erreichte die Einrichtung sehr kurzfristig und ohne Vorwarnung, sodass schnell gehandelt werden musste. Innerhalb eines Tages wurde Platz geschaffen, Bewohner:innen verlegt und Zimmer vorbereitet. Die Teamleiterin Christina Schilling hebt besonders die Unterstützung durch die Bewohner:innen des Hauses hervor, die ungeachtet ihrer eigenen prekären Wohnsituation mitanpackten, um Platz für die neu Ankommenden aus der Ukraine zu schaffen. 

Der Bedarf an Hilfsgütern stieg rasant an. Neben privaten Spenden und Lebensmittelgutscheinen waren auch hier die Lebensmittel der WIENER TAFEL essentiell, um die Menschen versorgen zu können. Es kann erwartet werden, dass noch viele Menschen, die zur ärmeren Bevölkerung der Ukraine gehören, flüchten und dingend auf Unterstützung angewiesen sein werden. 

So wie viele andere Einrichtungen, die mit geflüchteten Menschen arbeiten, sieht auch das Haus Awat mit großer Sorge die Entwicklung eines ,,Zwei-Klassen-Flüchtlingssystems’’, das Menschen, die aus einem anderen Herkunftsland als der Ukraine kommen, benachteiligt, etwa beim Zugang zum Arbeitsmarkt, Plätzen für Deutschkurse oder Zuverdienstgrenzen.  

,,Jeder Mensch ist es wert, dass ihm geholfen wird“, sagt die Teamleiterin Christina Schilling. Sie wünsche sich eine gute, effektive und gerechte Hilfestellung für alle Menschen, die diese brauchen. Solidarität und Hilfsbereitschaft sollten nicht exklusiv einzelnen Gruppen zuteil werden, sondern für alle geflüchteten Menschen gelten. 

Cafe Baharat 

Zum Haus Awat gehört auch das Cafe Baharat, in dem Subsidiär Schutzberechtigte ein Arbeitstraining absolvieren können. Während der 12 Wochen können die Teilnehmer:innen die Erfordernisse des österreichischen Arbeitsmarkts kennenlernen, werden über den Wohnungsmarkt aufgeklärt und können auch ihre Deutschkenntnisse verbessern. Das Projekt unterstützt so die Selbstermächtigung der teilnehmenden Personen. Es finden auch laufend Veranstaltungen in den Räumlichkeiten statt, weitere Infos dazu finden Sie hier.

Foto: © Daniel Nuderscher.

Herausforderungen für unsere Tafelpartnerin Augustin

Die Straßenzeitung Augustin bietet Menschen die Möglichkeit, sich durch den Verkauf ihren Lebensunterhalt aufzubessern. Unter den Verkäufer:innen finden sich Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, die sich ihre Sozialhilfe aufbessern möchten, oder (noch) keine Arbeitserlaubnis in Österreich besitzen. Für viele sind die Einnahmen durch den Augustin überlebenswichtig. Die WIENER TAFEL beliefert den Verein wöchentlich mit wertvollen Lebensmitteln, um die Verkäufer:inen und ihre Familien zu unterstützen. Die meisten Wiener:innen kennen den Augustin. Es ist ein Projekt, das in der Öffentlichkeit stattfindet und von der Öffentlichkeit lebt. Genau diese Öffentlichkeit hat der Corona-Krise jedoch nicht existiert.

Trotz einer schnellen Erlaubnis, die Zeitung trotz aller Maßnahmen weiterverkaufen zu dürfen, kam es im Juni 2020 zu einem enormen Einbruch der Verkaufszahlen. Diese haben sich bis heute nur zum Teil erholt. Die allgemeine Vorsicht sowie das gelernte instinktive Abstandhalten hemmen Kund:innen, auf Augustin-Verkäufer:innen zuzugehen. Gleichzeitig scheint auch die Solidarität der Supermärkte spürbar gesunken zu sein. Durch das vergebliche Warten auf Kundschaft waren immer weniger Verkäufer:innen auf der Straße zu sehen. Doch weniger Sichtbarkeit bedeutete auch immer niedrigere Verkaufszahlen. Ein Teufelskreis.

Der gemeinsame Austausch hat ebenfalls sehr gelitten. Gemeinsame Aktivitäten konnten nicht mehr stattfinden, der Aufenthaltsraum nicht mehr genutzt werden. Die Lebensmittelausgabe konnte während der Coronazeit nicht mehr wie gewohnt gemeinsam stattfinden und so entfiel auch dieser wichtige soziale Moment. Neben erheblichen finanziellen Einbußen blieb so auch das Menschliche mehr und mehr auf der Strecke.

Der Verein arrangierte während dieser herausfordernden Zeit mehrere (Spenden-)Aktionen, wie etwa ein Crowdfunding, um den Verkäufer:innen finanziell unter die Arme zu greifen. Die eigentliche Idee des Augustin geht jedoch über Spenden hinaus: Die Zeitung soll eine Begegnung auf Augenhöhe zwischen Kund:innen und Verkäufer:innen ermöglichen. Der Kauf einer Augustin-Zeitung bedeutet kein Almosen, sondern ist ein wirtschaftlicher und sozialer Austausch. Daher ist es für den Augustin sehr wichtig, dass die Zeitungen wirklich gekauft und mitgenommen und die Verkäufer:innen in ihrer Arbeit ernstgenommen werden. Es wird auch stets betont, wie sehr sich die Verkäufer:innen über freundliche Worte freuen, vor allem nach dieser langen Zeit der sozialen Distanz.

Wir als WIENER TAFEL sind froh, diesen wertvollen Partner in dieser schwierigen Zeit unterstützen zu dürfen!

Soziale Einrichtungen

Die WIENER TAFEL versorgt rund 92 soziale Einrichtungen mit über 19.000 Klient:innen. Ein Teil dieser Sozialeinrichtungen holt die Waren direkt bei uns am Großmarkt ab. Diese Entwicklung hat sich seit den Maßnahmen gegen Corona weiter verstärkt.

Liste der Sozialeinrichtungen

 

1. Bezirk

„Wir von Ute Bock sind der WIENER TAFEL sehr dankbar für die tolle Arbeit, die sie leistet. Ohne sie wäre es uns nicht möglich etwa 200 Flüchtlinge in der Grundversorgung mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen. Vielen Dank!”

Thomas Eminger (Geschäftsführer vom Verein Ute Bock)

Kriterien für soziale Einrichtungen

Die WIENER TAFEL unterstützt mit ihren Warenspenden soziale und karitative Einrichtungen u.a. gemäß folgender Kriterien:

  • Es handelt sich um einen eingetragenen Wohltätigkeitsverein oder eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Wien.

     

  • Die soziale Einrichtung erbringt materielle Grundversorgungsangebote durch direkte Essensausgabe oder Weitergabe der Produkte an sozial benachteiligte Menschen/ Klient:innen.

     

  • Diese Grundversorgungsangebote kommen direkt armutsbetroffenen Menschen zugute (gemäß der Definition der Einkommensarmut nach EU-SILC).

     

  • Neben materieller Grundversorgung leistet die Sozialeinrichtung professionelle Beratung und/oder Betreuung durch Fachkräfte wie Sozialarbeiter:innen (z.B. Mag. FH, DAS) oder Sozialpädagog:innen.

Über die endgültige Aufnahme entscheidet der WIENER TAFEL-Vorstand.

Wenn Sie an einer Aufnahme in unseren Verteiler interessiert sind melden Sie sich bitte unter office@wienertafel.at.